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Amateurfunk aus Leidenschaft

Nachfolgend einige Recherchen zu den „offiziellen“ funktechnischen Einrichtungen in Chemnitz.

 In der Veröffentlichung von Hans W. Prirwin findet man diese Einträge zu Chemnitzer Amateursendern:

        

Bei Recherchen von Uwe, DL2SWR, wurden interessante Informationen zur Firma F.A.G. Funkapparate-Bau mit dem Rufzeichen EK4AAS in Chemnitz gefunden. 

Siehe > https://herbert-boerner.de/Beitraege/Rufu/AFAG+FAG.pdf


Keine Informationen liegen gegenwärtig zum Unternehmen "Deutsche Fernsprecher Gesellschaft mbH"  (EK4AAQ) vor. 

Anders bei EK4AAN, der damaligen Staatlichen Gewerbeakademie. Das war die Vorgänger-Einrichtung der späteren Akademie für Technik (heute TU Chemnitz) - mit großer Wahrscheinlichkeit der Ursprung des organisierten Amateurfunks in Chemnitz. https://dm6wan.de/ortsgruppe-dasd.html 

Rundfunk in Chemnitz

1923 erfasste die Euphorie rund um das neue Medium Rundfunk frühzeitig auch Chemnitz und so entstanden auch hier die verschiedensten Radioklubs. Hintergrund war es eine Genehmigung zur Errichtung und dem Betrieb eine "Funkempfangsanlage" (sogenannte "Audion-Erlaubnis") zu erhalten. Unter der Regie der Ober Post Direktionen (OPD) wurden deutschlandweit eigene Radio Clubs gegründet, möglicherweise um die Entwicklung „im Auge“ zu behalten, so wie in Halle auch in Chemnitz.

 

Die Leitung hatte Prof. Bangert. Der Name dieses Professors war in Bezug auf die TU Chemnitz  a.a.O. erwähnt.


 Quelle: Andreas Auerswald, DL5CN


Quelle: Der Radio-Amateur, Dr. Eugen Nesper, 1925

Der Sitz des Radio-Clubs in dem abgebildeten Gebäude auf der Inneren Johannisstraße existiert nicht mehr, dort befindet sich jetzt die „Galerie Roter Turm“.

Quelle: https://www.facebook.com/UnserChemnitz.und.K.M.Stadt/posts/man-kann-es-sich-fast-wirklich-nicht-mehr-vorstellen-die-ansicht-des-rathauses-u/855227037914894/

Arbeiter-Radio-Klub (ARK)

1924 erfolgte die Gründung des Arbeiter Radio Klub (ARK). Gründungsmitglieder waren viele ehemalige Funker bzw. Nachrichtensoldaten, Sozialisten, Gewerkschaftlern auch KPD Mitglieder. Satzungsziele waren u.a.  

  • Zusammenschluss aller am Radiowesen Interessierter aus Kreisen der werktätigen Bevölkerung in Deutschland;
  • die Errungenschaften des Radiowesens in den Dienst der kulturellen Bestrebungen der Arbeiterschaft zu stellen;
  • Verständnis für die Radiotechnik zu wecken und zu fördern und Einwirkungen auf die das Radiowesen bestimmende Gesetzgebung.

So formierte sich auch in Chemnitz am 22. August 1924 im Restaurant „Goldener Anker“ ein Arbeiter-Radio-Klub mit zunächst 35 Mitgliedern. Ältere Karl-Marx-Städter erinnern sich hier an den Standort des ehemaligen „Sowjet-Pavillons“ :-) 

Der ARK war offensichtlich einer der Chemnitzer Radioklubs mit den meisten Mitgliedern. Es gibt u.a. einen direkten Bezug zu demobilisierten Nachrichtensoldaten des 1. Weltkriegs und deren revolutionäre Einstellung. Chemnitz war traditionell auch eine Garnisonstadt mit mehreren Kasernen. In der sog. „104er“ – Kaserne fanden in dieser Zeit regelmäßig Bastel- und Telegrafie-Kurse statt. Das ist möglicherweise ein Hinweis, dass hier die „Kameraden“ ein neues zu Hause fanden.  

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Wolfgang Bausch, ein Chemnitzer Hobby-Chronist,  beschrieb bei einem Besuch sehr ausführlich die Aktivitäten in diesem ARK. Ich hatte Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen und er gab sein Einverständnis zur Veröffentlichung dieser Informationen.









Zu den massenwirksamsten Arbeiterkulturorganisationen in den Jahren der Weimarer Republik gehörten die heute vergessenen Funk- und Radioamateure, die einst eine Pionierrolle spielten. Seit am 29.September 1923, 20 Uhr, der Deutsche Rundfunk aus dem Vox-Haus auf Welle 400 erstmals auf Sendung gegangen war, hielt das „Phänomen Radio“ fortan Tausende in seinem Bann. Darunter auch viele, die sich nicht mit der Rolle als Konsument zufriedengaben, sondern danach strebten, sich auch die funktechnischen Zusammenhänge zu eigen zu machen. Die Funkbastelei machte sich breit. Oft ging es dabei jedoch nur um den Bau von Empfängern, da der Kauf einer fertigen Anlage damals für viele nur schwer oder überhaupt nicht erschwinglich war. Deshalb gehörten Funkvereine alsbald zu den massenwirksamsten Interessengruppen.

In Chemnitz formierte sich am 22. August 1924 im Restaurant „Goldener Anker“ ein Arbeiter-Radio-Klub mit 35 Mitgliedern. Es ging zunächst um die gemeinschaftliche Aneignung der Grundlagen der Radiotechnik und die Befähigung zum selbständigen Bau von Rundfunkempfängern.

 Dabei spielten die gegenseitige Hilfe und Unterstützung eine große Rolle.  Anfang Februar 1925 erwarben die ersten neun Mitglieder die „Audionsversuchserlaubnis“ zum offiziellen Betreiben selbstgebauter Radio-Geräte. Bis zum einjährigen Bestehen des Vereins erwarben von den in Kursen ausgebildeten 180 Mitgliedern 97 diese Erlaubnis. Zum ersten Vereinsjubiläum präsentierte der Arbeiter-Radio-Klub Chemnitz vom 31.Juli bis 2.August 1925 in der seinerzeitigen Schule am Bernsbachplatz die erste Chemnitzer Funkausstellung. In deren Turnhalle war zu sehen, was die Arbeiter-Funk(Radio)-Amateure zu leisten imstande waren: Anlagen von simpelster bis zu hochqualifizierter Ausführung, darunter auch die eines Zwölfjährigen..."

Die Euphorie verblasste und auch  die Vereine selbst verschwanden relativ schnell, als die Empfangsgenehmigung aufgehoben wurde. "Rundfunk für Alle" war die neue Devise. Die Wirtschaft hatte sich darauf eingestellt und so konnte man jetzt Rundfunkgeräte auch ohne Genehmigung kaufen.

Ungeachtet dessen kann man vermuten, dass es einige Enthusiasten gab, die sich dem entstehenden Amateurfunk und der Chemnitzer Ortsgruppe des DASD anschlossen.

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Die Ortsgruppe des DASD