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Amateurfunk aus Leidenschaft

Arbeiter-Radio-Klub Chemnitz

1924 erfolgte die Gründung des Arbeiter Radio Klub (ARK). Gründungsmitglieder waren viele ehemalige Funker bzw. Nachrichtensoldaten, Sozialisten, Gewerkschaftlern auch KPD Mitglieder. Satzungsziele waren u.a.  

  • Zusammenschluss aller am Radiowesen Interessierter aus Kreisen der werktätigen Bevölkerung in Deutschland; 
  • die Errungenschaften des Radiowesens in den Dienst der kulturellen Bestrebungen der Arbeiterschaft zu stellen; 
  • Verständnis für die Radiotechnik zu wecken und zu fördern und Einwirkungen auf die das Radiowesen bestimmende Gesetzgebung.

So formierte sich auch in Chemnitz am 22. August 1924 im Restaurant „Goldener Anker“ ein Arbeiter-Radio-Klub mit zunächst 35 Mitgliedern. Ältere Karl-Marx-Städter erinnern sich hier an den Standort des ehemaligen „Sowjet-Pavillons“ :-) 

Der ARK war offensichtlich einer der Chemnitzer Radioklubs mit zahlreichen Mitgliedern. Es gibt u.a. einen direkten Bezug zu demobilisierten Nachrichtensoldaten des 1. Weltkriegs und deren revolutionäre Einstellung. Chemnitz war traditionell auch eine Garnisonstadt mit mehreren Kasernen. In der sog. „104er“ – Kaserne fanden in dieser Zeit regelmäßig Bastel- und Telegrafie-Kurse statt. Das ist möglicherweise ein Hinweis, dass hier die „Kameraden“ ein neues zu Hause fanden.  

Wolfgang Bausch, ein Chemnitzer Hobby-Chronist,  beschrieb bei einem Besuch sehr ausführlich die Aktivitäten in diesem ARK. Ich hatte Gelegenheit, ihn persönlich kennen zulernen und er gab sein Einverständnis zur Veröffentlichung dieser Informationen.









Zu den massenwirksamsten Arbeiterkulturorganisationen in den Jahren der Weimarer Republik gehörten die heute vergessenen Funk- und Radioamateure, die einst eine Pionierrolle spielten. Seit am 29.September 1923, 20 Uhr, der Deutsche Rundfunk aus dem Vox-Haus auf Welle 400 erstmals auf Sendung gegangen war, hielt das „Phänomen Radio“ fortan Tausende in seinem Bann. Darunter auch viele, die sich nicht mit der Rolle als Konsument zufriedengaben, sondern danach strebten, sich auch die funktechnischen Zusammenhänge zu eigen zu machen. Die Funkbastelei machte sich breit. Oft ging es dabei jedoch nur um den Bau von Empfängern, da der Kauf einer fertigen Anlage damals für viele nur schwer oder überhaupt nicht erschwinglich war. Deshalb gehörten Funkvereine alsbald zu den massenwirksamsten Interessengruppen. 

In Chemnitz formierte sich am 22. August 1924 im Restaurant „Goldener Anker“ ein Arbeiter-Radio-Klub mit 35 Mitgliedern. Es ging zunächst um die gemeinschaftliche Aneignung der Grundlagen der Radiotechnik und die Befähigung zum selbständigen Bau von Rundfunkempfängern.

 Dabei spielten die gegenseitige Hilfe und Unterstützung eine große Rolle.  Anfang Februar 1925 erwarben die ersten neun Mitglieder die „Audionsversuchserlaubnis“ zum offiziellen Betreiben selbstgebauter Radio-Geräte. Bis zum einjährigen Bestehen des Vereins erwarben von den in Kursen ausgebildeten 180 Mitgliedern 97 diese Erlaubnis.

Auch die Chemnitzer Ortsgruppe der Arbeiter-Radio-Bewegung war vordergründig auf den Bau von Rundfunk-Empfängern mit eindeutiger politischer Zielrichtung ausgerichtet und dabei aber zugleich stark eingeschränkt.