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Amateurfunk aus Leidenschaft

Der Amateurfunk im 2. Weltkrieg

1939 - Kriegsbeginn. In Deutschland werden alle Amateurfunk-Stationen beschlagnahmt und alle Sende-Lizenzen widerrufen. 

Es gab jedoch eine geringe Anzahl neuer Genehmigungen, sogenannter Kriegs-Funk-Sende-Genehmigung, jetzt vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) ausgegeben. Welche Rolle dabei der 1940 von den Nationalsozialisten eingesetzte, also nicht von den Mitgliedern gewählte DASD-Präsident, Generalleutnant a. D., SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Ernst Sachs tatsächlich spielte, ist nicht nachprüfbar. Dass er dem DASD und manchem Funkamateur behilflich war, ist anzunehmen.

Zu unterscheiden sind: Kriegs-Funk-Sende-Genehmigungen (KFSG), bei denen das bisherige Rufzeichen, auch vom militärischen Standort weiterbenutzt werden konnte, und 10 m-Sonderlizenzen, die ab Oktober 1943 neu ausgegeben wurden: neben einigen weiterlaufenden Calls neue unter D3K... und D3L...

Aus dem Kreis des Chemnitzer Ortsverbandes bzw. der Region Sachsen erhielten verschiedene verdienstvolle Funkamateure diese Lizenz.

D4PQP, Hans Sommer, Stettin, Pölitzer Chausee 80                  (ehemals Ortsgruppenleiter Chemnitz)

D4LKM, Georg Zumpe, Seifersdorf, Nr.21 üb. Radeberg             (verdienstvoller OM im DASD)

D4PGF, Heinz Breitfeld, Berlin, Windsteiner Weg 37                   (verdienstvoller OM OG Chemnitz)

D4LEU, Werner Müller, Leipzig S3, Triftweg 30                          (erster Ortsgruppenleiter Chemnitz)

D4BIU, Christoph Schmelzer, Jena, Fraunhoferstr. 1                  (verdienstvoller OM im DASD)

Alle die o.g. Funkamateure waren jedoch nach vorliegenden Informationen (?) keine aktiven Wehrmachtsangehörigen. Ebenso ist nicht bekannt, ob sie einer anderen systemnahen Organisation mitgearbeitet haben.

Fakt ist: Es waren durchweg ehemals sehr aktive Mitglieder im DASD und vermutlich in kriegswichtigen Unternehmen/ Einrichtungen beschäftigt, und damit ggf. „Unabkömmlich (UK)“ gestellt.

Mit Kriegsende endeten auch sämtliche Amateurfunk-Aktivitäten in Deutschland. Aber bereits kurze Zeit später kam es unter den unterschiedlichen Besatzungsmächten wieder zu ersten Aktivitäten und der späteren Gründung des DARC bzw. des Radioclubs der DDR im Rahmen der Gesellschaft für Sport und Technik. Das ist aber ein Thema für spätere Veröffentlichungen.

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