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Amateurfunk aus Leidenschaft

Wanderer-Werke

Der heute noch weithin sichtbare Uhrenturm kündet von einer wechselvollen Geschichte und zugleich vom Verfall dieses einstigen renommierten Unternehmens. Die Anfänge gehen bis in das Jahr 1885 zurück. In diesem Jahr gründeten Johann Baptist Winklhofer und Richard Adolf Jaenicke in Chemnitz das „Chemnitzer Velociped-Depôt Winklhofer & Jaenicke“ zum Verkauf und zur Reparatur von Fahrrädern. Die Fahrräder bezogen sie zunächst aus England. Wenig später fertigten sie bereits einige Hochräder selbst an und ab dem Winter 1885/1886 wurde eine fabrikmäßige Herstellung vorbereitet. Später wurden auch Krafträder hergestellt.

Die Wanderer-Werke entwickelten sich zu einem Unternehmen mit vielfältigen Erzeugnissen. Anfang des 20. Jahrhundert kam ein neues Produkt die „Continental – Schreibmaschine“ erstmalig auf den Markt. Diese deutsche Schreibmaschine nahm den Kampf mit der übermächtigen amerikanischen Konkurrenz erfolgreich auf und fand infolge ihrer vielen Vorzüge in ganz kurzer Zeit stets wachsende Verbreitung in allen Ländern der Erde.

Das Ende des 2. Weltkriegs war zugleich das Ende der gesamten Produktion in den Wanderer-Werken. Glücklicherweise wurde der große Gebäudekomplex von einer größeren Zerstörung verschont.

Aufgrund des Volksentscheids vom 30. Juni 1946 wurden auch die Wanderer-Werke enteignet, bis 1948 teilweise demontiert und als Reparationsleistungen in die Sowjetunion verbracht. Anschließend wurden die Werke zerschlagen und als Volkseigene Betriebe (VEB) neu geordnet. Der VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt war mit der Produktion von Flugzeugmotoren beauftragt. Nach dem plötzlichen Ende des DDR-eigenen Flugzeugbaus 1961 fertigte man im Industriewerk Hydraulikpumpen und Motoren für die Fahrzeugindustrie.

In den 1990er Jahren erfolgten verschiedene Privatisierungen so u.a. die Sachsenhydraulik GmbH. Später wurde dieses Unternehmen an einen amerikanischen Konzern verkauft und befindet sich nicht mehr am Standort der ehemaligen Wanderer-Werke. Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es für dieses gesamte geschichtsträchtige Industriedenkmal keine Verwendung mehr und die Gebäude verfallen langsam.




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