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Amateurfunk aus Leidenschaft

Der Arbeiter-Radio-Klub Chemnitz

Neben diesen vorwiegend bürgerlich geprägten Vereinen, gab es auch andere Interessenverbände mit dem gleichen Ziel: Radioempfang. 1924 erfolgte die Gründung des Arbeiter Radio Klub (ARK). Gründungsmitglieder waren viele ehemalige Funker bzw. Nachrichtensoldaten des 1. Weltkrieges, Sozialisten, Gewerkschaftlern auch KPD-Mitglieder.

In den folgenden Jahren entwickelten sich über 200 Ortsgruppen  mit mehr als 10.000 Mitgliedern. 

Satzungsziele waren:

  • Zusammenschluss aller am Radiowesen Interessierter aus Kreisen der werktätigen Bevölkerung in Deutschland;
  • die Errungenschaften des Radiowesens in den Dienst der kulturellen Bestrebungen der Arbeiterschaft zu stellen;
  • Verständnis für die Radiotechnik zu wecken und zu fördern und Einwirkungen auf die das Radiowesen bestimmende Gesetzgebung.

So formierte sich auch in Chemnitz am 22. August 1924 im Restaurant „Goldener Anker“ ein Arbeiter-Radio-Klub mit zunächst 35 Mitgliedern. Ältere Karl-Marx-Städter erinnern sich hier an den Standort des ehemaligen „Sowjet-Pavillons“ :-) 

Bei den Mitgliedern gibt einen direkten Bezug zu den demobilisierten Nachrichtensoldaten des 1. Weltkriegs und deren revolutionäre Einstellung. Chemnitz war traditionell auch eine Garnisonstadt mit mehreren Kasernen. In der sog. „104er“ – Kaserne fanden in dieser Zeit regelmäßig Bastel- und Telegrafie-Kurse statt. Das ist möglicherweise ein Hinweis, dass hier die „Kameraden“ ein neues zu Hause fanden.  

Dabei spielten die gegenseitige Hilfe und Unterstützung eine große Rolle. Im Vordergrund aber stets eine politische Ausrichtung gemäß den Zielen des Klubs.
Bis zum einjährigen Bestehen des Vereins erwarben von den in Kursen ausgebildeten 180 Mitgliedern 97 diese Audion-Versuchserlaubnis. Zum ersten Vereinsjubiläum präsentierte der Arbeiter-Radio-Klub Chemnitz vom 31.Juli bis 2.August 1925 in der damaligen Schule am Bernsbachplatz die erste Chemnitzer Funkausstellung.