Friedrich Elias Wilibald Pöge, genannt "Willy"
Willy Pöge wurde am 2. Dezember 1869 in Kappel bei Chemnitz als Sohn von Hermann Pöge und dessen Ehefrau Auguste Minna, geb. Müller, geboren. Er wurde am 5. Januar 1870 getauft.
Quelle: Pfarramtsverwaltung der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St.-Nikolai-Thomas Chemnitz
Er besuchte in Chemnitz das Real-Gymnasium auf der Reitbahnstraße.
Quelle: Schulgeschichte – Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
Danach begann er 1887 eine Ausbildung an der Königlichen Gewerbeschule Chemnitz.
Zu diesen Eintragungen ein paar Details vom Leiter des Universitätsarchivs, Stephan Luther, der auch dieses Dokument zur Verfügung stellte.
Danach absolvierte Willy Pöge von 1887 bis 1890 insgesamt sechs, anstelle der sonst üblichen sieben Semester. Der Hintergrund dafür ist unbekannt. Deshalb erhielt er lediglich einen Abgangsschein anstelle des Absolutorialzeugnis.
Auf die Frage, warum er in den unterschiedlichen Quellen nicht als „Ingenieur“ bezeichnet wird (bis auf eine Ausnahme bei der Verlobungsanzeige s.u.), erfuhr ich, dass dieser Titel in Deutschland zur damaligen Zeit nicht geschützt war und so auch nach diesem Studium an dieser Bildungsstätte nicht vergeben wurde.
Interessant auch die in dieser Zeit stattgefundene Entwicklung der Bildungsstätte in Chemnitz. Die vier Schulen, die Höhere Gewerbeschule, die Baugewerkschule, die Werkmeisterschule und Gewerbezeichenschule, wurden ab 1878 unter dem Namen "Technische Staatslehranstalten" vereinigt. Ab 1892 wurde auch die aufstrebende Elektrotechnik über eine eigene Abteilung institutionalisiert. https://www.tu-chemnitz.de/tu/geschichte/reform.php
Nach dem Studium musste Willy Pöge seinen Militärdienst ableisten. In Dresden lernte er als Seconde-Leutnant des 1. Königlichen Sächsischen Feld-Artillerie-Regimentes Frau Elly Löhnert kennen. Sein letzter Dienstgrad war Hptm. a.D. der Feldartillerie.
Quelle: SLUB Dresden: Rangliste der Königlich-Sächsischen Armee
Die Verlobung wurde zu Ostern 1894 angezeigt.
Quelle: Chemnitz-gestern-heute
Im Mai 1895 ehelichte er sie in Wiesbaden.
Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv; Wiesbaden, Deutschland; Bestand: 925, Nr. 210.
Sein Wohnsitz in Chemnitz war in der Kaiserstraße (heute Barbarossastraße) 50. Die Wohnung war für damalige Verhältnisse hochmodern und verfügte bereits über einen eigenen Telefonanschluss.